Blankes Entsetzen im englischen Kreisverkehr

Auf der Fahrt durch England hatte die Pilotesse in der Tat einen Augenblick höchsten Entsetzens. Beim Anfahren in einen der typischen Kreisverkehre bockte der kleine L300 plötzlich, als hätte die Pilotesse nicht den ersten Gang eingelegt, sondern gleichzeitig einen tonnenschweren, an der Hinterachse befestigten Anker ausgelegt, der mit Macht nach hinten ruckte, während das tapfere Wohni eigentlich nach vorne wollte….

Auf der Stirn der Pilotesse erschien in Großbuchstaben sofort: GETRIEBESCHADEN

Was tun? Warnblinkanlage an, im Kreisverkehr einen ruhigen Bereich suchen, Ruhe bewahren. Motor aus. Beten, dass keiner hinten drauf fährt. Nachschauen, ob irgendwas unter dem Wohnmobil tropft, hängt oder abgerissen ist. Negativ. Den Wohnmobilgöttern sei Dank! Kein Öl am Getriebe. Fieberhaft in den weiblichen Gehirnwindungen herumsuchen wie verdammt nochmal ein Getriebe aufgebaut ist und was schiefgelaufen sein kann. Zwei Wellen, Zahnräder, Antriebswelle, verschieben über die Schaltmechanik….

Okay. Schalten, Pilotesse, einfach mal im Stand mit sanfter Frauenhand sauber durchschalten. Auskuppeln, Gang neu einlegen, erster, zweiter…geht doch. Dritter, vierter, fünfter, Rückwärtsgang…erster, auskuppeln.

So weit, so gut. Tief durchatmen.

Und nun? Anfahren, einfach mal anfahren. Gannnnnzzzz langsam Kupplung kommen lassen…Wohni tut, als sei nie was gewesen. Anrollen, hochschalten, raus aus dem Kreisverkehr.

Zwei Kilometer geradeaus, Kreisverkehr. Mit Ampeln, ausgerechnet. Anhalten…

Fährt das Wohni nochmal an? Problemlos !

…und das tat es dann auch die folgenden zweitausend Kilometer.

Die Werkstatt des Vertrauens, der das Wohni zuhause umgehend vorgeführt wurde, vermutet einen nicht korrekt eingelegten beziehungsweise falsch verzahnten ersten Gang. Nicht auszuschliessen. Kann vorkommen. Weil erster Gang nur einfach synchronisiert, oder so.

Fühlt sich aber echt scheisse an. Echt jetzt .

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