Nächtliche Rettungsaktion

Nach einem schönen Sonntagsausflug befand sich die Pilotesse auf dem Heimweg, als sie beim Beschleunigen ein seltsames Verhalten der kleinen Wanderdüne bemerkte: Im dritten und vierten Gang hörte es sich manchmal Sekundenbruchteile so an, als würde der Motor im Leerlauf hochdrehen. „Da musst Du dann wohl am Montag mal in die Werkstatt, Kleiner“, dachte sich die Pilotesse, denn normal war das eindeutig nicht.
Der kleine Jerome hatte irgendetwas bei der Ansage „morgen“ allerdings mißverstanden, denn an einer leichten Steigung, kurz vor einer Abfahrt, bemerkte die Pilotesse, dass Jerome überhaupt nicht mehr zog.
Null.
Nichts.
Gar nicht.
In keinem Gang…
Die Wanderdüne rollte genau zwischen Ein- und Ausfahrt auf den Standstreifen, kurz vor elf Uhr nachts. Da der grösste Horror der Pilotesse wäre, wenn ein Fahrzeug das Wohnmobil erfassen würde, liess sie die bewegungsunfähige Wanderdüne kurzerhand mit hart eingeschlagenem Lenkrad weiiiiiiit in den Grünbereich hineinrollen – und rief die gelben Engel.

IMG_3948

Um 23:36 war der Retter vom ADAC bereits da und bestätigte die Vermutung der Pilotesse: die Kupplung war hinüber.
So wurde die kleine Wanderdüne erst mit „Brille“ von der Autobahn in Sicherheit gebracht und dann in der Werkstatt von einem LKW huckepack genommen.

Fest verzurrt legte sie so die Kilometer bis in die heimatliche Werkstatt zurück.

IMG_3949

IMG_3953

IMG_3954

Und da steht sie nun, und wartet auf ihre Diagnose durch die Hand der Meister…

Werbeanzeigen

Fünf Jahre Mitsubishi L300 Wohnmobil

In diesen Wochen feiern der kleine L300 und die Pilotesse ihr fünftes gemeinsames Jahr.

Zeit, mal einen Rückblick zu wagen. In den letzten Tagen wurde die Pilotesse gefragt, ob sie es in der Zwischenzeit nicht schon mal bereut hätte, das kleine, PS-schwache, saufende Wohnmobil zu kaufen.

Eindeutige Antwort: Nein, überhaupt nicht. Insbesondere das „klein und PS-schwach“ sind stattdessen nach wie vor Argumente für genau dieses Wohnmobil. Das Fahren ist absolut streßfrei, weil jeder Gedanke an Hetze, Hektik, Überholmanöver oder „mal eben schnell“ überhaupt keine Chance hat. An diesem Wohnmobil ist nichts schnell, es hat den Beschleunigungsfaktor einer griechischen Landschildkröte, da braucht man nix beschönigen wollen. Es schafft daher bereits spielend an der ersten Autobahnauffahrt, was viele Psychotherapeuten ihren gestreßten und genervten Burn-Out-Kunden  jahrelang nicht beibringen können: Es entschleunigt total. Unbezahlbar!

Die Größe hat die Pilotesse bisher auch noch nicht bereut. Allerdings, und auch das muss man fairerweise sagen, ist der L300 bei der Pilotesse auch eher Singlemobil beziehungsweise zur Zeit mobiles Altersheim für ältere Hundedamen. Gelegentliche Reisen mit insgesamt zwei Zweibeinern sind überhaupt kein Problem, aber die Reisenden sollten sich schon mögen. Wie im L300 vier Personen entspannt Urlaub machen sollen, wie vom Hersteller vorgesehen, ist der Pilotesse aber absolut schleierhaft.

Im Innenbereich ist der L300 genial in seiner Raumausnutzung, die modernen Kastenwagenmobile (die den äußeren Maßen des L300 am nächsten kommen) sind, soweit von der Pilotesse beäugt, wesentlich enger. Erreicht wird das durch den Alkoven und, im Fall der kleinen Wanderdüne zusätzlich durch eine Umbaumaßnahme der Pilotesse. Die hat nämlich den fest montierten Tisch ausgebaut und aus der Mittelsitzgruppe mit einem zusätzlichen Querriegel eine Rundsitzgruppe mit festem Einzelbett gebaut. Als Tisch dient ein federleichter winziger Klapptisch, der während der Fahrt im Schrank verschwindet. Sehr oft kommt die Pilotesse aber auch ohne den Tisch aus, kann dafür mit hochgelegten Füßen bequem quer im Wohni lümmeln.

Den Originaltisch auszubauen verschafft dem Innenraum deutlich mehr Bewegungsfläche und macht den L300 auch optisch viel geräumiger. Nicht zuletzt spart es auch an Gewicht, was bei dem kleinen Hüpfer durchaus ein Thema ist.

Dadurch daß der L300 so winzig ist, hat er natürlich im Stadtverkehr enorme Vorteile. Im Prinzip kommt er überall hin, wo  ein kleiner Mercedes Sprinter hinkommt, der Wendekreis ist auch nach fünf Jahren gemeinsamer Fahrt immer noch staunenswert. Einparken und ausparken auf ganz normale PKW Parkplätze ist völlig unproblematisch – und natürlich auch das Kurven durch enge Altstadtstraßen oder schmale englische Nebensträßchen. Die Pilotesse kann mit dem L300 ganz eindeutig in Galaxien vordringen, die anderen, weitaus hochentwickelteren Technologien, äh, Wohnmobilen, für immer verwehrt sind.

Wer will schließlich schon immer dahin, wo schon alle anderen sind .

Kommen wir zum dritten Punkt, der Sauferei. Der Spritverbrauch ist stark von der Fahrweise abhängig. Die Wanderdüne als Benziner schafft tachomäßig in der Ebene 120 km/h. Da klingt dann aber der Motor bereits recht gequält und der Tanknadel kann man beim Abstürzen zusehen. Fährt man aber „Tacho 95/100“ = GPS gestützte reale 90 km/h bleibt der Spritverbrauch überschaubar, bei realen 80-85 km/h sind es bei der Pilotesse zwischen 10 und zwölf Litern auf 100 Kilometer. Natürlich ist ein fast 30 Jahre alter Kleinlaster mit der Windschnittigkeit einer Schrankwand kein sparsames Verbrauchswunder, schon gar nicht in der Benzinermotorisierung. Andere Wohnmobile, auch modernere, sind übrigens gar nicht so viel sparsamer, im Gegenteil.

Noch ein Pro-Argument für den L300: Die robuste Technik. Null Elektronik. Kein technischer Firlefanz im Motorraum, nur ein guter, solider Motor. Keine Microchips, keine Computertechnik .

Genial!

Ebenfalls ein Pro-Argument: Die Reparaturkosten. Die Pilotesse hat Einblick in die Wartungs- und Reparaturkosten verschiedenster Fahrzeuge unterschiedlichster Hersteller und sie lässt in einer Meisterwerkstatt reparieren: Der L300 befindet sich eindeutig am unteren Ende der Kostenskala. Die Ersatzteillage ist, allen Unkenrufen zum Trotz, nach wie vor zufriedenstellend. Allerdings steht und fällt das auch mit dem Engagement der Werkstatt. Wer also an eine Werkstatt gerät, die sich noch als echte Werkstatt versteht, der möge sie hegen und pflegen. Allzuoft verbirgt sich hinter dem Begriff „Werkstatt“ nämlich nur noch ein Autoverkäufer, der höchstens elektronische Fehlermeßgeräte auslesen und deren Austauschanweisungen Folge leisten kann. Solche „Werkstätten“ sind für den L300 Besitzer völlig ungeeignet und können einem die Freude am Fahrzeug durch Fehlinformationen oder ahnungslose Pseudoreparaturen gründlich verderben.

Was würde die Pilotesse im Rückblick anders machen?

Sie würde bereits viel früher eine Solaranlage installieren und in eine gute, teure Bordbatterie investieren und die Bordelektrik/Innenbeleuchtung früher modernisieren. Dank der Solaranlage ist die kleine Wanderdüne völlig autark unterwegs und das ist ein Riesenvergnügen.

Ansonsten würde die Pilotesse nur noch eines ändern: Vieeeeeeeel öfter wegfahren …