Mit dem L300 in die Ukraine

Wieder einmal bereitet die Pilotesse eine Fahrt in die Ukraine vor. Schon in den nächsten Tagen wird es losgehen.

Im Moment sieht die kleine Wanderdüne aus, als hätte eine Bombe dreingeschlagen  ….  und das soll alles wieder rein?? Wir sind gespannt.

Ein Fahrfehler hat die Pilotesse Anfang der Woche um Haaresbreite eine Scheibe gekostet: Vor lauter höflichem Rechts ranfahren wollte ein Straßenschild unbedingt durchs Seitenfenster einsteigen. Den Wohnmobilgöttern sei Dank nur ein kleiner Sprung in der Schüssel, denn für eine Reparatur wäre vor Abfahrt kaum noch Zeit gewesen.

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Generalsanierung mit Überraschung

Über vier lange Monate stand die kleine Wanderdüne nun in der Werkstatt.  Erst brauchten die Ersatzteile lange, dann kam ein arbeitsreicher Herbst und schließlich wurde die Werkstattmannschaft vom Winterreifenrummel überrollt. Rein wettertechnisch hätte man sich den ja sparen können, bei den aktuell frühsommerlichen Temperaturen, aber nun denn.

Vor zwei Wochen rief der Herr der Werkstatt höchstpersönlich die Pilotesse an. „Kommen Sie doch mal vorbei, ich habe hier Ihr Getriebe auf dem Tisch und muss Ihnen da mal was zeigen…..“

Owei….

Auf leisen Sohlen schlich die Pilotesse in die Werkstatt. Da lag es, das Getriebeding.

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„Das ist ja schon repariert!“ freute sich die Pilotesse.

„Nö,“ sagte der Herr der Werkstatt, „das ist der Originalzustand.“

„Aber das sieht ja aus wie neu!“

„Eben,“ schmunzelte der Herr der Werkstatt. Und deswegen wurde am Getriebe auch nichts weiter gemacht außer Deckel wieder zu, Öl rein und wieder angebaut.

Soviel zu den Getrieben von dreißig Jahre alten Autos

Etwas anders sah das zugegeben mit der Kupplungsscheibe aus. Der Fachausdruck ist wohl „abgeraucht“.

Hier die alte Kupplungsscheibe:

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…und so schaut das Teil neu aus:

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In der Tat ist die Pilotesse jetzt um einige Euros ärmer, wobei der Löwenanteil der Kosten auf den Arbeitslohn entfiel. Die Ersatzteile sind nach wie vor günstig und zu bekommen. Die Pilotesse hat die nicht benötigten, bereits bestellten Ersatzteile fürs Getriebe jetzt erst einmal gebunkert.
Mehr Details gibt es irgendwann auch noch, aber jetzt wird erst einmal eine große Runde spazierengefahren, hurra!!!

Nächtliche Rettungsaktion

Nach einem schönen Sonntagsausflug befand sich die Pilotesse auf dem Heimweg, als sie beim Beschleunigen ein seltsames Verhalten der kleinen Wanderdüne bemerkte: Im dritten und vierten Gang hörte es sich manchmal Sekundenbruchteile so an, als würde der Motor im Leerlauf hochdrehen. „Da musst Du dann wohl am Montag mal in die Werkstatt, Kleiner“, dachte sich die Pilotesse, denn normal war das eindeutig nicht.
Der kleine Jerome hatte irgendetwas bei der Ansage „morgen“ allerdings mißverstanden, denn an einer leichten Steigung, kurz vor einer Abfahrt, bemerkte die Pilotesse, dass Jerome überhaupt nicht mehr zog.
Null.
Nichts.
Gar nicht.
In keinem Gang…
Die Wanderdüne rollte genau zwischen Ein- und Ausfahrt auf den Standstreifen, kurz vor elf Uhr nachts. Da der grösste Horror der Pilotesse wäre, wenn ein Fahrzeug das Wohnmobil erfassen würde, liess sie die bewegungsunfähige Wanderdüne kurzerhand mit hart eingeschlagenem Lenkrad weiiiiiiit in den Grünbereich hineinrollen – und rief die gelben Engel.

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Um 23:36 war der Retter vom ADAC bereits da und bestätigte die Vermutung der Pilotesse: die Kupplung war hinüber.
So wurde die kleine Wanderdüne erst mit „Brille“ von der Autobahn in Sicherheit gebracht und dann in der Werkstatt von einem LKW huckepack genommen.

Fest verzurrt legte sie so die Kilometer bis in die heimatliche Werkstatt zurück.

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Und da steht sie nun, und wartet auf ihre Diagnose durch die Hand der Meister…

To boldly go where (probably) no L300 has gone before – Ukrainia!

Geplant hatte die Pilotesse die Fahrt in die Ukraine schon lange. Eigentlich aber mit dem PKW, denn der Weg ist weit, die Straßen dort berüchtigt und der Verkehr soll ja auch nicht ganz ohne sein ….
Nun, es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt. Statt der reiseerfahrenen routinierten vierbeinigen Reisegefährtin der letzten anderthalb Jahrzehnte hatte die Pilotesse auf einmal zwei komplett reiseunerfahrene neue vierbeinige Beifahrer auf der Fußmatte stehen. Einer davon zudem so dermaßen unhandlich, dass er bzw. sie nur schlecht in einem normalen PKW unterzubringen ist, wenn da auch noch reichlich Gepäck und ein Kollege drinsitzt.
Nach reiflicher Überlegung und einem gemeinsamen Testwochenende fiel die Entscheidung, die lange Reise mit der kleinen Wanderdüne anzutreten.
Gesagt, gepackt, getan. Bepackt wie ein Lastkamel tuckerte die kleine Wanderdüne an einem sonnigen Samstagmorgen geruhsam gen Osten. Die Spiegelungen am Heck der Vordermänner verrieten der Pilotesse sehr rasch, dass die linke Scheinwerferbirne den Geist aufgegeben hatte und da in Polen Tagfahrlichtpflicht herrscht, legte die Pilotesse bei der ersten größeren Pause Hand an:

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Weiter ging es durch die schöne Lausitz vorbei an allen möglichen verlockenden Ortschaften und Sehenswürdigkeiten Richtung Grenze. In Görlitz übernachtete das Quartett auf dem Wohnmobilstellplatz Rosenhof. Die Pilotesse hat keine Ahnung, wie da 70 Mobile stehen sollen – außer dichtgedrängt wie die Sardinen auf dem gepflasterten Parkplatz. Der Platz liegt praktisch, der hintere Bereich an einer großen Wiese mit Blick auf Görlitz und die Berge in der Ferne und ein paar Picknickbänken …aber 15 Euro? Auf dem Rückweg zog die Pilotesse jedenfalls das vergleichbare berechenbare, aber dafür kostenlose Ambiente eines Autobahnrastplatzes vor.

Am Sonntagmorgen ging es sehr, sehr früh weiter –  über die Grenze nach Polen, die ja keine Grenze mehr ist. Unbehelligt fädelte sich die Pilotesse auf die brandneue Autobahn ein und bestaunte den perfekten Ausbau und die unzähligen Rehe neben der Fahrbahn, geschützt durch endlose Kilometer Wildzaun. Wegen eines Feiertages war es den ganzen Tag sehr ruhig auf den Straßen Polens. Unruhig wurde die Pilotesse bei einem prüfenden Blick auf den Tankanzeiger. Irgendwo an dieser perfekten Autobahn müsste doch jetzt mal eine Tankstelle kommen…. Nitschewo. 350km gefahren. 360…. Wer Wanderdünen kennt, weiss, dass 400 die absolute magische Grenze mit einer Tankladung ist, und das auch nur mit Glück und defensivem Fahren. In ihrer Verzweiflung scherte die Pilotesse an der nächstmöglichen Ausfahrt von der Autobahn ab und ins nächste Dorf. Tankstelle, hurra! Aber kein Geldautomat. Keine Eurozahlung möglich. Das Polnisch der Pilotesse im selben Maß vorhanden wie ein Steak im Kühlschrank von Gwyneth Paltrow… – „Karta?“ Karta geht, hurra! Vollgetankt und wieder zurück Richtung Autobahn. Auf der Zubringerstrecke ließ die Pilotesse die kleine Wanderdüne dann mal alleine fahren und kochte sich einen Kaffee, denn angesichts der tiefen Spurrillen lief das Wohni ohnehin wie auf Schienen… – Scherz . Tatsächlich aber sind die polnischen Straßen neben der Autobahn meist in einem deutlich schlechteren Zustand und gerade mit dem schmalen Radstand des L300Vorsicht geboten.
L300 Fahrer kommst Du nach Polen – merke: Zum Tanken musst Du runter von der Autobahn 😉 dafür sind die polnischen Raststätten viel großzügiger und einladender dimensioniert als die deutschen. Und die Autobahn WCs um ein vielfaches sauberer, jawohl!

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Auch Polen war jedoch trotz der verlockenden Namen wie Wroclaw, Lodz und Lublin nur ein Transitland auf dieser Reise. Ein etwa 200 km langer Abschnitt der Fahrt im Inneren Polens (dort fehlt noch ein Stück Autobahn) verschaffte der Pilotesse, die bisher noch nirgendwo in Osteuropa unterwegs war, dann aber doch noch einen interessanten Einblick ins Land.

Nach vielen Stunden Fahrzeit und zwei vollen Tagen im Cockpit kam die Pilotesse dann nach Dorohusk an die Grenze zur Ukraine. Und hier wurde es dann so richtig „grenzerisch“. Penibel kontrollierten die polnischen Beamten Fahrzeug, Fahrzeugpapiere, Führerschein. Alle Türen mussten geöffnet werden und nicht zuletzt die Papiere der Hunde wurden genau beäugt. Von den polnischen Zöllnern als unbedenklich eingestuft wurde die Pilotesse samt Gefährt schliesslich an die ukrainischen Kollegen weitergereicht, wo sich das Ganze ebenso penibel wiederholte. Merke: Talontschiks sind nur scheinbar unwichtige kleine Zettel, auf denen von einem – bewaffneten – Grenzer Autokennzeichen und Zahl der Insassen notiert werden. In Wahrheit sind sie der magische Schlüssel, der von Amtsperson zu Amtsperson weitergereicht und abgestempelt wird, um am Ende von einem – bewaffneten – Grenzer wieder einkassiert zu werden, ehe sich der Schlagbaum öffnet. Zur Kontrolle der Hunde und deren Ausweisen wurde extra ein sehr freundlicher Veterinär herbeizitiert, die Kommunikation mit dem ebenfalls sehr freundlichen Zöllner lief in gutem Englisch. Denn auch das Ukrainisch der Pilotesse ist vergleichbar mit dem oben schon einmal erwähnten Steak im Kühlschrank von Gwyneth Paltrow… Nach insgesamt einer Stunde tuckerte der kleine L300 schliesslich viel bestaunt auf ukrainischen Boden. Weit und breit war nirgendwo überhaupt auch nur der Zipfel eines Wohnmobils zu sehen.

Wer jetzt an dieser Stelle einen ausführlichen Bericht über eine große Ukraine-Fahrt erwartet mit all den üblichen großen Städten von Kiew bis Odessa, den muss die Pilotesse enttäuschen. Ziel ihrer Reise war ein winziges Dorf mit einem unaussprechlichen Namen und einer schottrig schlaglöcherigen Zufahrtsstrasse einige Dutzend Kilometer hinter der Grenze. Dort fiel die Pilotesse unter dem endlosen Himmel der Ukraine „aus der Zeit“ und die kleine Wanderdüne stand unbehelligt einfach nur am Straßenrand.

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Ein einmaliger Besuch anläßlich Besorgungen in der nächstgrößeren Stadt mit ihrem quirligen Basar und den vielen Herausforderungen der Zukunft, die auf dieses Land zurollen und den Zeugen der Versäumnisse und Entbehrungen nicht nur der Vergangenheit, war die einzige Unterbrechung einer Abfolge von Tagen in einer anderen Welt aus einer anderen Zeit.

Auch wenn die Rückreise deutlich anstrengender war als die Hinreise – drei Stunden Warte- und Abfertigungszeit an der Grenze sei Dank – wird dies sicher nicht unsere letzte Reise in den „wilden Osten“ gewesen sein.

To boldly go….. – auch wenn wir die Schilder noch mühsam zusammenbuchstabieren müssen…

 

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Der Trick mit dem Tank

Für jeden Besitzer eines L300 Wohnmobils kommt  er, früher oder später, irgendwann: Der Moment des ersten Betankens.

Der frischgebackene Wohnmobilist schraubt in tief gebückter Haltung ehrfurchtsvoll den meist noch ganz altmodisch per Zündschlüssel abzuschliessenden Tankdeckel auf, greift sich den Tankstutzen an der Tankstelle (Benziner bitte niemals E10, das vertragen unsere alten Schätzchen mit ihren echten Vergasermotoren überhaupt nicht!), steckt ohne unanständige Hintergedanken den Tankrüssel ins Tankrohr, arretiert den kleinen Bügel am Stutzen, der das Benzin ungehindert fliessen lässt und richtet sich erwartungsvoll auf.

Noch ehe sich der Oberkörper des Wohnmobilisten in der Senkrechten befindet, macht es laut und vernehmlich „Klack!“ und der Tankrüssel schaltet die Benzinzufuhr ab. Kann ja mal passieren, denkt sich der Frischling und das Spiel wiederholt sich. Und wiederholt sich. Und wiederholt sich….dabei ist der Tank doch fast leer!

Halt halt, mein Freund, das ist doch kein Grund, an der Tankstelle zum HB-Männchen oder -Frauchen zu mutieren – das geht jedem so!

Da das Tankrohr beim L300 recht lang und schmal ist, sammeln sich dort sehr schnell Benzingase, auch wenn der Tank noch längst nicht voll ist. Die empfindlichen Sensoren an den modernen Tankstutzen schalten den Benzinzulauf dann sofort ab, weil sie glauben, der Tank sei bereits voll. Besonders pingelig sind nach Erfahrung der Pilotesse übrigens die Sensoren des Konzerns mit der gelben Muschel im Logo, aber im Grunde geben sich alle nicht viel.

Als Gegenmaßnahme hat sich bewährt, den Tankstutzen zuerst mal in der Hand zu behalten und auf die Automatik zu verzichten. Die zweite Stufe wäre, den Stutzen nicht komplett im Tankrohr zu versenken – humanoid-optische Kontrolle ist angesagt: Hingucken, Freunde! Der dritte und ultimative Trick ist, den Stutzen dann noch um 90° nach links oder nach rechts zu drehen.

Dann klappt’s auch mit dem Tanken .

 

 

 

H1, H2, H4, H7 ?? R2 !!

Glücklicherweise hatte die Pilotesse irgendwo mal zwei Scheinwerferbirnen geschnappt, zum Sonderpreis, auf irgendeinem Ausverkaufswühltisch. Denn an einer normalen Tankstelle dürfte der  L300 Besitzer auf der Suche nach Ersatzbirnen für die Frontscheinwerfer kaum noch fündig werden: Standardmäßig verlangt das alte Modell nämlich nicht nach irgendeiner H-Fassung sondern nach einer R2, genau gesagt eine R2-Lampe (BILUX-AS), Sockel P45t, 45/40 W

Jaha, sicher ich bin , gekauft ich sie habe.

Da die alten Stücke allerdings von der Lichtausbeute her eher schwach auf der Brust sind, habe ich in der Werkstatt meines Vertrauens mal vorsichtig angefragt, ob man den L300 anderswie erleuchten kann und siehe da, man kann: Es gibt neben dem knubbligen  Klassiker auch ein lichtstärkeres Nachfolgemodell mit passender Fassung.

Die Pilotesse hat sich von beiden mal jeweils einen Satz gekauft und wird bei Gelegenheit mal testen.

 

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Bilux – Klassiker, Stück um die 3 Euro

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Modernes Licht in alter Fassung, Stück um die 7 Euro

Windstärke 10 in den Vogesen

Die Pilotesse und die kleine Wanderdüne haben ihren bisher heftigsten Sturm erlebt: Windstärke 10 am Grand Ballon in den Vogesen.

Und nein, das war nicht lustig. Schon im Stand auf dem Parkplatz hatten wir das Gefühl, dass das kleine Wohni sich immer aus seinen Stoßdämpfern und Federn heraushebt, als wollte es fliegen, und bei der Abfahrt die Serpentinen entlang in die Rheinebene musste die Pilotesse sich öfter vorsagen, dass zwei Tonnen Metall nicht so einfach davongeweht werden – auch wenn es sich beinahe so anfühlt. Wir tuckerten seeeeeeeehr langsam und die Pilotesse war heilfroh, wenn der Wind an eindrucksvollen Abhängen von der „richtigen“  Seite kam .

Wie dem auch sei – ein L3oo lässt sich auch bei nachgewiesenen 10 Beaufort noch auf den richtigen Weg bringen und mit dem Wind von hinten waren wir auf der Heimfahrt in unserer segelmäßigen Eigenschaft als rollende Schrankwand dann auch so richtig sparsam unterwegs  .

Die abenteuerliche Ausfahrt aus den Vogesen war der krönende Abschluß eines wunderschönen Wochenendausflugs in die Vogesen!

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